27 Februar 2006

"Leooon! Heeelp!"

...wird man in naher Zukunft auch aus PC-Lautsprechern hören können, denn "Resident Evil 4" ist für den PC angekündigt worden. Gut, das sind keine brandheissen News mehr, aber trotzdem möchte ich schnell meine Meinung loswerden (denn mir ist mal wieder nach meckern): ich zweifle dran, daß das was wird.

So großartig ich das Spiel finde, den PC-Port halte ich für reine Geldmacherei (Insert: Exkurs über den Daseinszweck der Videospieleindustrie) und schlicht für unnötig.

Warum? Darum:

1. Spielprinzip und -mechanik funktionieren weitestgehend nur auf Konsolen. Im Prinzip ist RE4 doch ein abgespeckter 3rd-Person-Shooter, die freie Beweglichkeit (z.B. strafing) wurde reduziert, um einen anderen Aspekt hervorzuheben: gezielte, präzise Schüsse auf heranstürmende Gegnerhorden - laufen UND ballern is' nich'. Dann die Flucht, der Positionswechsel. Und wieder schiessen. Dieser Wechsel zwischen Stress und erzwungener Konzentration (ein bißchen wie der neue Volkssport Biathlon) und die perfekte Umsetzung auf das Gamepad macht für mich einen großen Teil der Faszination an diesem Titel aus. Die Perspektive über Leons Schulter tut ihr Übriges. Mit einem Analogstick muss man sich exakte Schüsse regelrecht antrainieren. Mit der Maus wird das zum Point'n'Click-Gähner.Klar kann man das retten, in dem zum Beispiel die Visierung ein bißchen wackelt - aber vergleicht doch mal den Spass, mit der Maus einem zitternden Cursor entgegenzusteuern mit dem durch einen Treffer dank eines kontrolliert tastenden Daumens auf dem Analogstick. Bitte, sachichdoch.

1a. Mir ist klar, das es Gamepads auch für PCs gibt. Aber mir ist ebenso klar, dass die Spieleforen dieser Welt voll sind von Empfehlungen wie: "wenn ihr Konsolen-Port XY vernünftig spielen wollt, holt euch ein Pad." Und nicht jeder hat so ein Pad, deswegen müssen die klassischen Eingabegeräte unterstützt werden. Aber bitte vernünftig. Ich behaupte unverfroren, daß RE4 es nicht besser machen wird. Nicht besser machen KANN, wegen der Fixierung auf die Steuerung (siehe oben). Um der Grundsatzdiskussion, ob Gamepads jetzt IBM-kompatible Standardausrüstung sein sollten aus dem Weg zu gehen, kommen wir zu Punkt...

2. Ich stelle sie nicht zwangsläufig über das Gameplay, aber let's face it: die Grafik. Sieht auf dem Cube fantastisch aus. Sieht kaum schlechter aus auf der Playstation 2. Wer glaubt, das die Texturen für eine PC-Version angepasst werden; wer glaubt, daß die Grafik mehr Polygone erhält; wer glaubt, daß mehr passiert als eine (technisch mehr schlecht als rechte) 1:1 Umsetzung, möge die Hand heben. Ich gehöre nicht dazu. Wieso ich das glaube? Siehe Punkt...

3. Die Zielgruppe. Afficionados mit passender Konsole haben es schon. Nicht-Fans mit passender Konsole holen sich das Spiel auch nicht für den PC. Bleibt noch die PC + XBox-, bzw. die PC-Only-Fraktion. Im PC-Spiele-Mainstream gibt es eine unüberschaubare Masse an Action-Titeln - wie soll ein "Resident Evil 4" da hervorstechen? Durch Punkt 1 - der in meinem Beispiel aber doch eher als vermurkste Steuerung vernommen werden wird? Nicht wegen des zitternden Ziellasers (das war Fantasie), sondern wegen der eingeschränkten Bewegungsfreiheit. PC-Spieler sind anderes gewohnt. Tolles Alleinstellungsmerkmal.
Worauf ich hinaus will: mir ist nicht klar, wer das Spiel letztendlich kaufen soll. Natürlich steigen Capcom bei den Verkaufszahlen der Konsolenversionen die Dollarzeichen in die Augen. Auf diesem Markt zieht ja auch alleine die Marke extrem gut. Aber auf dem PC? Ich denke, die Zielgruppe ist eher klein und behaupte, daß Capcom davon ebenfalls ausgeht und dementsprechend den Punkten 1 und 2 keine weitere Bedeutung beimessen wird, um den PC-Port möglichst rasch und kostengünstig auf den Markt zu werfen und diesen noch abschöpfen zu können.
Alles in allem wird da eine Kuh über Gebühr gemolken. Natürlich geht davon wie Welt nicht unter und noch ein drittklassiger PC-Titel fällt nicht weiter ins Gewicht. Der Hersteller wird sich seiner Sache ebenfall sicher sein, sonst hätte ich kein Grund für diesen Post. Ich MEINE ja auch nur...

Hört auf meine Worte!
...oder nehmt mich auseinander, weil ich Blödsinn rede. Ich habe diese Behauptungen schließlich in den Raum gesetzt, damit sie von euch in den Kommentaren niedergemacht werden. ;-) Vielleicht habe ich ja was übersehen...

22 Februar 2006

"Wir lagen vor Madagaskar" - Pt. IV

Heute gibt es dann also nun den finalen Teil meines kleinen Kochkurses zur Verwurstung der Spieleflaute bei dieser Spezies namens "IBM kompatibel". Setzt euch hin, legt die Füsse hoch und lasst es euch schmecken.

Variante 4 - Vor die Tür gehen und Leute kennenlernen, hier "Tanzstunden nehmen"

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Haha. Verarscht!
Also nochmal.


Variante 4 - die olle Kamelle endlich mal weiterspielen, hier "Need for Speed: Most Wanted"

Irgendwann, wenn man hinter die glamouröse Präsentation geblickt hat, stellt man fest, wie sehr und wie schnell sich alles wiederholt. Aber auf eine andere Art als bei "Civ 4" - quasi als Gegenteil davon. Dann kramt man die Hülle nur noch hervor, wenn man in der halben Stunde bis zur Verabredung mit den Kumpels noch schnell ein wenig unkomplizierten, krachend lauten Spass haben will. Auch ein bißchen angefeuert von dem Ehrgeiz, endlich die nächstteurere Karre kaufen zu können. Aber nur ein bißchen. Ist ja nicht "Diablo". Wäre auch albern, wenn die "Diablo"-Freaks Screenshots ihrer Ausrüstung anfertigen und in ihrem Blog rumzeigen:

Fazit: geht immer mal. Aber im Verhältnis zu Monstern wie dem in Teil 3 genannten Titel nur als Spielzeitäquivalent eines Augenaufschlags.

Inzwischen wurde das ganze Thema durch meine Neuanschaffung überholt und quasi ad absurdum geführt. Und das, wo ich meinen Kollegen neulich noch gescholten habe, "das es darum ja nicht geht". (Hat noch jemand ein bißchen Konsequenz übrig?) Sozusagen:

Variante 5 - Den Japanern Geld in den Rachen werfen

Ist ja auch passiert, gell? Und nun wartet Mission 22 der Kampagne von "Advance Wars Dual Strike" auf mich. Fazit: Ähm, ich müsste dann auch weg...

11 Februar 2006

In Memoriam

load"$",8 sollte einem eine Inhaltseingabe der eingelegen 5,25“er geben. Leider geht das nicht immer. Wer bisher nicht wahrhaben wollte dass Disketten ein flüchtiges Medium sind, muss sich auf diese Weise schmerzhaft eines besseren belehren lassen.

Habe neulich in einem Anflug von Nostalgie meinen 128d wieder ausgepackt und an meinen Fernseher angeschlossen. Die beiden intakten Competition Pros dran und der Spass konnte beginnen. Wäre da nicht die Sache mit der Flüchtigkeit. Locker 70% meiner Disketten wollten ihren Inhalt nicht mehr preisgeben. Und laden schon mal gar nicht.

So lasset uns denn Abschied nehmen (ein Auszug):

- Last Ninja
- Arkanoid
- Wonderboy
- Elite
- Impossible Mission
- Blue Max
- Nebulus
- Moon Patrol
- Winter- /Summer- /California Games
- 1943
- BubbleBobble

Aus meinem Leben bist du gegangen,
in meinem Herzen bleibst du.

Wenigstens läuft Commando noch.

10 Februar 2006

Durchgespielt

Der gestrige Abend warf bei mir eine Frage auf: wann gilt ein Spiel als durchgespielt? Gilt es auch, wenn man z.B. Metal Slug 3 unter der Ausnutzung von insgesamt um die 80 Continues im Ko-op in etwas über einer Stunde hinter sich bringt?!

Am Automaten wäre es unabhängig davon ein teures Vernügen gewesen.

07 Februar 2006

Game-Otaku, Lvl 48

Neulich, beim Mittagessen. Ein Arbeitskollege wendet sich mir zu: "Kennst du San Andreas? Hab ich mir neulich günstig gekauft." Was für eine Frage. Tatsächlich übernachte ich im Zelt vor dem Laden, wenn ein neuer GTA-Teil ansteht. Ups, das habe ich ja gerade nicht nur gedacht... Ob ich ihm ein paar Tipps geben könnte, fragt er. Nichts leichter als das!

"Klar. Falls du bis zur Flugschule durchhälst, schalte in die Egoperspektive. Um am Anfang ein bißchen zu Kohle zu kommen: verlasse deine Heimatstrasse, links, rechts, links, rechts, über die Bahngleise, weiter Richtung Innenstadt. Da kommt dann eine Tankstelle auf der linken Seite. Dahinter steht ein altertümlich aussehendes Auto. Das ist das Pimp-Mobil. Da steigst du ein und startest die Zuhältermissionen und musst dazu ein bißchen deine Nutten durch die Gegend fahren. Nimm aber schlagkräftige Argumente mit, die Freier sind später immer etwas zickig. Ne Pistole findest du im Garten des Hauses gegenüber von deinem Speicherpunkt. Wenn du die Missionen geschafft hast, hast du ein bißchen Geld verdient und kannst bei den Damen kostenlos wieder... deine Lebensenergie auffüllen."

Die anderen Kollegen lachen (man kennt mich) und allmählich dämmert mir, was ich da in der Kantine so erzähle. Und die Frage, ob ich mich in meiner Heimatstadt genauso gut auskenne, kann ich dann auch nicht mehr zufriedenstellend beantworten (eher: nöööö....)

Mein Gott. 5 Euro in die Nerd-Kasse.

02 Februar 2006

"Wir lagen vor Madagaskar" - Pt. III

Ungetrübt durch die neueste Anschaffung geht mein kleiner Erfahrungsbericht "How to umgeh with the Post-Weihnachtsloch" in die dritte Runde. Bitteschön:

Variante 3 - altbewährtes Wiederspielbares, hier "Civilization 4"

Es gibt wenige Spiele, die man immer wieder durchspielen kann. Weil sie den Spagat schaffen zwischen einer kompakten Spieldauer und der Möglichkeit, jedes Spiel neu zu erleben. Die immer wieder den "nur noch eine Runde"-Effekt auslösen. Die den Spieler mit Gedanken wie "und morgen unterwerfe ich die Azteken" ins Bett schicken. Civ 4 ist so ein Spiel. Nein, besser: gäbe es für das Zusammentreffen und -funktionieren dieser Kriterien einen Begriff und stünde dieser Begriff im Lexikon, dann wäre ein Screenshot von Civ 4 nirgendwo besser untergebracht als direkt neben diesem Eintrag.

'nuff said.

Fazit: Man hat beim Kauf eh gewusst, das es kaum mehr Spielzeit für den Euro geben kann. Überbrückt zwar immer nur kurze spielerische Durststrecken, dafür aber immer wieder. Und wieder. Und wieder.