30 März 2006

Tagebuch einer Turmfrisur

Beinhaltet einen klitzekleinen Spoiler für Leute, die ihren Oblivion-Charakter noch nicht komplettiert haben!

Oblivion - unendliche Weiten... dies sind die Abenteuer eines Dark Elf, der auf der Suche nach abenteuerlichen Quests in Dungeons
vordringt, die noch kein Spitzohr zuvor durchschlichen hat...

Gestatten, Aker mein Name. Dark Elf, geboren unter dem Zeichen der Lady. Spellsword, obwohl des Kaisers Leibwächter mich eigentlich für einen luschigen Barden gehalten haben. Aber darüber werde ich lieber den Mantel des Schweigens ausbreiten. Ich möchte nämlich nicht einfach nur singen Junge, sondern Feuerbälle werfen und mit Schwerten hieben!

Die Ausgangssituation dürfte eigentlich bekannt sein. Für die Uneingeweihten: ich sitze fröhlich summend im Kerker, werde vom Knastbruder gegenüber ein wenig verhöhnt (deine Tage sind gezählt, Kleiner!), plötzlich kommt der Imperator auf der Flucht vorbei - der geheime Dungeon-Zugang ist nämlich ausgerechnet in meinem gemütlich Kerkerloch (Tisch, Bett, fliessend Wasser - die Wände runter, bequeme Ketten und gelegentlich Tageslicht). Es kommt, wie es kommen muss. Die hohe Herrschaft kennt mich aus seinen Träumen (man sollte so spät auch nicht mehr so viel essen) und schleppt mich prompt mit. Immerhin ködert er mich mit den Worten: "there will be blood and death". Jippieh!

Dauert dann auch nicht lange und es folgt ein bißchen Kampf-Spass mit Riesenratten und - selbstverständlich - fällt der Thronbesitzer doch noch einem Attentäter zum Opfer. Dummerweise, als ich gerade mit ihm alleine in einem Raum stehe. Und eigentlich für einen Moment auf ihn aufpassen soll, damit die ihn begleitende Exekutive die restlichen Angreifer vermöbeln kann. Tja. Äh. Das ist mir auch etwas peinlich. War wohl einen Moment abgelenkt, als ich die Dungeonwände näher betrachtet habe. Die sehen nämlich so gut aus, das der modrige Geruch förmlich aus dem Monitor quillt. Keine Ahnung, was ein Monitor ist. Kam so über mich, das Wort.

Jedenfalls: der mächtigste Mann in diesem Reiche ist durch die Hand von gedungenen Mördern von uns gegangen. Den Göttern sei Dank haben seine Wachhunde mich nicht gleich in die Hölle hinterher geschickt. So hatte ich die Gelegenheit ihnen zu erzählen, dass mir ihr Boss mit dem letzten Todesröcheln sein komisches Amulett und einen Auftrag gegeben hat. Haben die Jungs mir netterweise auch direkt geglaubt. Ich sehe halt viel zu nett aus, als dass man mir Diebstahl unterstellen würde. Der berühmte Dunkelelfen-Charme mal wieder.

Apropos Diebstahl: nachdem ich aus dem Dungeon herauskam und wieder Tageslicht erblickte, bin ich mich dann gleich ins nahe Imperial City aufgebrochen und habe dort das Handwerk des Schlossknackens und Einbrechens geübt. Den Stadtwachen scheint völlig wurscht zu sein, dass ich als Zivilist jetzt in einer ihrer offiziellen Rüstungen herumlaufe. Die ist allerdings nur geliehen! Natürlich.

Muss jetzt Schluss machen. Habe nämlich von der örtlichen Händlervereinigung einen Auftrag erhalten und bin gerade dabei, die Hauptperson zu beschatten.

Bis zum nächsten Mal,
Aker

27 März 2006

Gemütlichkeit

...Versuch einer Definition:

Zusammen mit zwei Kumpels an einem Samstag Abend einen dreisten Diablo-Klon für die PS2 aus der Videothek holen, den Multiplayer-Coop-Teil anschmeissen und zu strategischen Lagebesprechungen ("Was soll ich denn jetzt leveln?" ... "Du blockst und ich erledige das Vieh aus der Entfernung." ... "Scheisse! Tot! Zurück zum Savepunkt!") die örtliche Biervariante geniessen, den eigenen Charakteren dämliche Namen geben (Schwanzahn und Pradala - das dynamische Duo) und die dicken Zwischengegner auf nicht minder beknackte Weise umtaufen.

Ja. Klingt gar nicht schlecht.

"Das müssen wir wieder mal machen!"(tm)

26 März 2006

Nanostray

Waren das noch Zeiten! Damals, als die pöhsen Gegner immer aus der einen Bildschirmkante herausschlüpften und vom an der gegenüberliegenden Bildschirmkante lauernden Spielermobil abgeschossen wurden. Das war - will man den Berichten von Veteranen glauben schenken - häufig verbunden mit Otaku-artigem Festbeissen, repetitive strain injury und Kleingeldmangel.

Was sind das doch noch für Zeiten! DAS klassische Spielhallengenre ist heute noch lange nicht augestorben und immer wieder in verschiedenen Reinkarnationen gemütlich auf der heimischen Couch zockbar. Das ist häufig verbunden mit einem (um das mal positiv auszudrücken) Flow-Erlebnis, Tennisdaumen, mangelnder Nahrungsmittelaufnahme sowie suboptimalem Sozialleben.

Das minimalistische, suchterzeugende Spielprinzip ist wie für Handhelds gemacht. Das ist ebenfalls keine große Neuigkeit mehr - der Nerd an sich kann die Welt schon länger vom Klo aus retten. Seit Kurzem ist der geneigte Zocker in der Lage, dies auch unter Zuhilfenahme von Nintendos aktuellem Handheld-Streich zu tun. Gestatten: Nanostray ist der Name. Nanostray vereint mehrere positive Tugenden in sich. Man lernt ganz klassisch auswendig - Gegnerstärken, Angriffsmuster, Feuersequenzen, Levelbosse. Auf der Jagd nach dem Highscore im sogenannten Arcade-Modus. Denn der Storymodus ist flott durchgespielt (zumindest auf dem euphemistisch als "normal" bezeichneten Looser-Schwierigkeitsgrad) und ebenso flott hat man auch alles gesehen.
Der Arcade-Modus dagegen existiert nur zu einem einzigen Zweck: Schwanzvergleich. Und zwar nicht beschränkt auf die Stamm-Zockhöhle oder die eigene Memcard, sondern das Internet. Auf nanostray.com legt der Wettkämpfer sich einen Account an und kann die Welt fortan durch Eingabe der vom Spiel generierten Nanocodes von seinen Skills unterrichten. Sofern die Welt daran interessiert ist. In meinem Fall glaube ich das weniger. Ich gehe in der Masse unter und habe Albträume von Freaks ohne Privatleben, dafür aber mit über 580.000 Punkten im "Mitsurin Jungle". Für meinen Teil sehe ich schon länger das Ende der Fahnenstange. Wo soll ich denn da bitte noch mehr Punkte herholen als meine 313.977?
Prompt steht mein Vorwurf schon zwischen den Zeilen: Langzeitmotivation. Der Arcade-Modus ist wie erwähnt schnell durchgerockt. Die höheren Schwierigkeitsgrade für diesen verstauben bei mir, weil ich mich genauso gut im Highscore-Modus verschleissen kann. Dann sind da noch die Herausforderungen. "Schaffe 350.000 Punkte." "Du hast nur ein Schiff zur Verfügung." "Du hast keine Power-Waffen zur Verfügung." Die Belohnung für die Bewältigung dieser bockeschweren Aufgaben? Screenshots. Konzeptzeichnungen. Musik. Kann man sich dann in einem Viewer anschauen. Tolle Wurst.

Kurzes Fazit in Stichworten: tolle Grafik, guter Sound, spitze Spielfluss und damit Spass, magerer Umfang (8 Level), hoher Schwierigkeitsgrad (siehe Umfang). Ach ja: das Tatsch-Pad. Die Waffen werden in der Hitze des Gefechts auf dem unteren Screen umgeschaltet. Das ist fummlige Glückssache und macht nach der Session eine gründliche Reinigung erforderlich.

Schade. Nanostray ist im Grunde ein Knaller. Ich stehe zwar auf Festbeissen und immer-wieder-probieren, bin aber kein 1337 n1nj4 und habe weder Zeit noch richtige Lust, jeden einzelnen der 8 Levels Pixel für Pixel zu memorieren. Zumal mein Kampfgeist durch die erwähnte internationale Highscore-Tabelle schon von Vorneherein gebrochen ist. Manchmal ist es wohl doch besser, naiv für sich allein den Punktestand auf der Memorycard zu bewundern und den Schmerz samt der harten Realität einfach zu ignorieren... So werde ich Nanostray auch weiterspielen. Als nette Ballerentspannung für Zwischendurch.

19 März 2006

Home Improvement

Vier Fäuste haben jetzt eine überarbeitete Sidebar. Sogar mit Anzeige der aktuellen Kommentare. Hurra.

Beeinflussen Videospiele Jugendliche?

JA.

Oder liegt das am Vodka?

(gefunden bei Daggis Leben )

05 März 2006

Ryu und ich

Wie bereits erwähnt, fingen mein Konsolenleiden erst mit dem SNES an. Daher habe ich nie Street Fighter 2010: The Final Fight gespielt. Nach gerade eben kann ich sagen: zum Glück. Ansonsten wäre dieser Name von Anfang an negativ belegt gewesen. Irgendein wirres in „weiter Zukunft“ spielendes Gehopse und Geschiesse, vergleichbar mit ungefähr 158 anderen Spielen zu dieser Zeit. Und dann die Geschichte, von irgendwelchen Substanzen infizierte Menschen (respektive Aliens), die dann zur bösen Supermännern (respektive Superaliens) mutieren und irgendwen bedrohen. Fairerweise muss ich sagen, ich habe dem Spiel eine Chance von ca. 5 Minuten gegeben, bevor ich das hier schrub. Vielleicht hab ich die Geschichte auch falsch verstanden und vielleicht wird’s ja noch besser, lasse mich da gerne belehren.

Für mich ging es damals auf jedenfall erst mit Street Fighter II los. Mein erstes Spiel für das SNES. Natürlich folgten später auch Street Fighter II Turbo und Super Street Fighter II mit dem allseits beliebten und belächelten Fei Long. Kein anderer hat so stylish gekämpft (beliebt) und seine Siege gefeiert (belächelt). Man erinnere sich nur seine ekstatischen Zuckungen in der Beckengegend untermalt mit an asiatische Zwergpaviane erinnernden Brunftlauten. Neben Ryu mein Lieblingscharakter. Hach Ryu und sein Hadoken.

From Japanese Ha Dou (Wave or Surge) and Ken (Fist, Technique, or Attack); a blastwave or fireball formed from a martial artist's life energy (or ki/ch'i). The hands are brought together, heels of the palms touching, and moved to beside the fighter's waist (which is as close as one can get to the center of the body, where the most ch'i gathers). The energy is then focused into the hands, and when both arms are thrown forward, palms outward, the energy wave is fired in the same direction as the double palm punch.

The Hadoken technique itself was developed by the shotokan karate master Gotetsu, who taught it to his disciple Goken, who in turn taught it to Ryu and Ken Masters, along with his other special techniques, the ShoRyuKen (Dragon Power Fist) and the TatsuMakiSenPuKyaku (Hurricane Kick).

Was die Serie anfangs ausgemacht hat und immer noch ausmacht, ist seine Ausgewogenheit und Einfachheit. Es gibt nur Schlagen und Abwehren. Keinen Konter. Und Gegenkonter. Und Gegen... ich denke, es wird deutlich auf was ich rauswill. Voraussetzung, quasi Grundstein zum Sieg ist eine genaue Kenntnis der Bewegungsabläufe der einzelnen Charaktere und die Reichweite der jeweiligen Angriffe. Natürlich muss man auch die Spezialattacken aus dem effeff beherrschen. Ohne nachzudenken. Das ist aber nur der Grundstein. Nur der wahre Meister des Street Fighter kennt und beherrscht den Schlüssel zum Sieg. Das Timing. Gerade auf hohem Niveau können Sekundenbruchteile oder weniger über Sieg und Niederlage entscheiden. Ist echt so. Nicht lachen.

Wir haben damals™ den Selbstversuch unternommen. Ein Freund und ich besaßen beide das Spiel und waren dementsprechend stärker als der Rest des Freundeskreises, der nur sporadisch in den Genuss des Spiels kam. Wir bewegten uns skilltechnisch auf einem Level und spielten gegeneinander, wann immer es die Zeit zuliess. Da er direkt in der Nähe der Schule wohnte, konnte das auch eine Freistunde sein. Diese Konstellation hatte den besonderen Reiz, dass man seinen Gegner in- und auswendig kannte und seine zu erwartenden Angriffe und Reaktionen vorausahnen konnte. Irgendwann konnte man den anderen nur noch schlagen, wenn man bewusst von diesen Mustern abwich oder durch gutes Timing mit seinem Fuss 3 Pixel weiter vorne war, als der ebenfalls angreifende Gegner. Bei 50 Kämpfen hatte man an guten Tagen mal 5 oder 6 Vorsprung, meist war es knapper.

So jetzt zu unserem Versuch: einer trinkt ein Bier und der andere ein koffein- und taurinhaltiges Getränk, seinerzeit noch aus Österreich importiert. Das Ergebnis: deutliche Überlegenheit des Koffein-Trinkers, er war einfach den Tick schneller und wacher. Hört sich komisch an, ist aber so. Zweifler sind herzlich eingeladen, das mal selber auszuprobieren.

Alle anderen Erscheinungen der Serie auf anderen Konsolen oder dem PC habe ich bis auf eine Ausnahme nie gespielt: Street Fighter Alpha auf der PSX. Und da dieses Sequel grottenschlecht war, hatte sich das Ganze für mich erledigt. Street Fighter EX Plus Alpha zum Quadrat vs. SNK Super Heroes muss ich mir dann nicht auch noch geben. Ausserdem: so richtig macht es doch nur Spass, wenn man die schmalen SNES Kontroller in der Hand hält, oder?!