24 April 2006

Condemned - Angespielt

In Kürze: die geheimnisvolle und bedrückende - also im Klartext - nette Atmosphäre hat mich ein paar Prügeleien mit den aggressiven Drogenjunkie-Futzis, die dieses Vorhöllen-New York bevölkern, aushalten lassen. Aber das Gameplay ist extrem eintönig und wird spätestens im zweiten Level öde. Das Spiel schwebt dabei irgendwo in einer Halbwelt zwischen Max Payne und F.E.A.R. und will ein 3d-Shooter mit minimalem Wummen-Einsatz sein. Spärlich über die Levels verstreut findet man .45er Colts oder Shotguns mit jeweils nur einer Handvoll Munition, welche man in Gegner entladen darf, die sich aus maximal 5 bis 6 verschiedenen Typen (alle verbrüdert oder verschwestert?) rekrutieren.
Hat man gerade kein Schießeisen zur Hand, greift man sich halt das nächstbeste Rohr, Nagelbrett, Brecheisen oder sonstiges schwingbares Material und haut es den renitenten Obdachlosen um die Ohren. Der Focus liegt also ganz klar auf Nahkampf der Marke "blutiger Rinnstein". Die fabulöse Vielfalt an Kampfmöglichkeiten beschränkt sich dabei auf Hauen und Blocken. Achja, da war ja noch der Elektroschocker.
Gelegentlich kniet ein fast besiegter Gegner in einem Nahtod-Zustand vor dem Spieler auf dem Boden, dann gilt es einen finishing move auszuführen. Was darfs sein? Den Hals brechen oder doch lieber die Nase in den Schädel rammen - sinnlose und unmotivierte Gewalt, anyone? Und kommt mir jetzt nicht mit "Mortal Kombat"...

Ist man nicht gerade dabei, sozialschwache New Yorker durch Nahkampf ins Jenseits zu befördern, gilt es verdammt linear und uninspiriert "C.S.I. Oer-Erckenschwick" zu spielen. Will sagen: das Spiel zeigt mir an, an welchen Ecken ich meine dolle Spurenfind-, Spurenfotografier- und Spurensample-Ausrüstung einsetzen darf. Die Mühe, das korrekte Gerät auszupacken, muss ich mir dabei auch nicht machen - ein simpler Knopfdruck reicht, um das passende Stück Elektronik aus der Tasche zu ziehen. Anschließend darf man Minispiele wie "folge der leuchtenden Spur" oder "fokussiere die Kamera" absolvieren.

Gerüchteweise sollen ja die letzten beiden Level wahre Grusel-Breitseiten abfeuern. Bis dahin werde ich es aber niemals schaffen, ohne das die Müdigkeit mich übermannt. Finger weg.

2 Comments:

Anonymous Diki said...

Passend zusammengefasst; das Gameplay ist wirklich nicht besonders abwechslungsreich. Die Bewegungen der Junkies sind allerdings sehr überzeugend animiert, wer also Freude an interaktiver Gewaltdarstellung hat, liegt hier nicht verkehrt.

Das Leveldesign ist zwar ziemlich linear und öde, lädt aber trotzdem zum verlaufen ein und sorgt damit für eine ziemliche Ladung Frust. Die letzten beiden Level, dass muss ich gestehen, sind schon etwas anders: Sie spielen in einem Landhaus und dem umgebenden Land, und trotz der andauernd lauernden Gewissheit ("Da kommt jetzt _bestimmt_ was um die Ecke") hat das Spiel mir dabei ganz ordentlich die Nerven aufgerieben.

Auf den letzten Metern wird man allerdings mit derartigen Massen von fiesem Gesocks zugeschüttet, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Wenn man dann alles und jeden kaputtgehauen hat, wird auch die Story eher schlapp zuende gebracht.

Die Junkies sind aber _wirklich_ gut animiert, so dass immerhin der Kern des Spiels (sich schlagen) gut durchläuft.

4/26/2006 10:18 nachm.  
Blogger grobi said...

Okay, das hab ich unterschlagen: die Grafik ist wirklich ziemlich schick. Die Soundkulisse auch.

Ich bin zwar in Teilen ne Grafik-Hure, aber über das müde Gameplay rettet sie mich hier auch nicht ;-)

4/27/2006 10:31 vorm.  

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