31 Mai 2006

Und dann war da noch...

...dieser Wachmann an der Pforte zum AKW Three Mile Island in den USA, der die Ankunft eines Spezialisten zur Überraschungsinspektion irgendwie... verpeilt hat. Weil der WACH-Mann nämlich so vertieft war in das Spiel mit einem nicht näher beschriebenen Handheld.

Und das Schöne ist - das ist ihm gar nicht verboten, denn:

"guards are allowed to engage in mind-stimulating activities" und "The guard's only responsibility is to respond to radio checks and be ready to take action if necessary"

Puh. Gerade nochmal Glück gehabt. Der passt ja nur auf so ein Atomkraftwerk auf.

"Na, Jimmy - trinkst du einen mit?"
"Um Gottes Willen, ich bin im Dienst! Ausserdem knacke ich gleich meinen Tetris-Rekord."

So wie Günther Beckstein, übrigens. Und DAS nenne ich mal eine reichlich bizarre Vorstellung, oder?



(Der Story zum TMI-Wachmann kommt via Fefe)

19 Mai 2006

Tagebuch einer Turmfrisur 4

Liebes Tagebuch,

ich habe mich nun geraume Zeit nicht gemeldet. Aber ich hatte doch auch soviel zu tun! Ich musste Kopf der Diebesgilde werden, den Titel des Großmeisters in der Arena von Imperial City erstreiten (man nennt mich jetzt den "Messenger of Death". WOOHA!), die Stadt mit dem genauso sinnlosen wie fröhlichkeitserzeugenden Namen Kvatch von Monstern aus der Twili... äh Oblivion befreien, einer humorlosen Bruderschaft beitreten, die so gar nichts mit Kegel- und Sauftouren am Hut hat, dafür aber tolle Uniformen mit Kapuzen trägt, ein Schloss nach einem geklauten Bild durchsuchen und so weiter und so fort.
Cydrodiil ist voll von Leuten, die scheinbar den ganzen Tag nichts anderes tun, als in der Gegend rumzustehen und auf zufällig vorbeilaufende Abenteurer zu warten. Sobald auch nur ein harmlos herumreisendes Individuum eine Ahnung von Mut ausstrahlt, wird es sofort von der Seite angequatscht. Gar nicht groß vorstellen oder mit Höflichkeitsfloskeln aufhalten, man hat ja lange genug gewartet. Direkt zur Sache kommen. Gleich mal dem völlig unbekannten Streuner mit der Mithril-Rüstung und dem Zweihandschwert auf dem Rücken gänzlich angstlos eine Quest an die Backe labern. Solche Leute hab ich gern. Ne, echt. Denn es winken Belohnungen, Ruhm, Ehre und vielleicht nette Items. Und in diesem Land scheint echter Mangel an Abenteurern zu herrschen.
Den Göttern sei Dank habe ich von Anfang an fein säuberlich Buch über die verschiedenen offenen Quests und deren Entwicklung geführt, sonst hätte ich total auf dem Schlauch gestanden. Meine Notizen waren so detailliert, dass ich meistens ganz exakt wusste, wo ich die nächste Teilaufgabe zu erledigen hatte. Wobei mir das etwas unheimlich vorkam, denn teilweise konnte ich eigentlich gar nicht genau wissen, wo sich questrelevante Personen aufhalten. Die latschen ja den lieben langen Tag in der Gegend rum. Aber wie von Magie gesteuert, habe ich sie immer auf Anhieb gefunden - fast so als ob mich ein unsichtbarer Faden mit ihnen verbindet oder ein Pfeil hinzeigt. Sehr merkwürdig. Vielleicht bin ich ja auch ein Gott oder so? Mal die Priester fragen...
Jedenfalls sind die Aufgaben - oder vielmehr die damit zusammenhängenden Geschichten - abwechslungsreich und in Einzelfällen sogar überraschend, weil nicht vorhersehbar. Allerdings... dieser paranoide Irre in Skingrad - der war etwas zu unberechenbar...

Wie ihr auf meinem Bild sicherlich erkennt, sah ich in letzter Zeit nicht so richtig frisch aus. Ich könnte sagen, dass ich gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war, aber das wäre gelogen. Zumindest zum Teil. Immerhin war ich stärker und schneller als vorher und konnte im Dunkeln sehen. Gut, als Nachteil konnte ich mir das Reisen bei Tageslicht verkneifen. Zumindest, wenn ich längere Zeit kein Blut getrunken hab. Ja.
Ja, genau.
Blut.
Getrunken.
Ich.
Da war nämlich diese Nummer mit dem Vampirismus. Das war am Anfang ganz witzig und bei ein paar Quests der oben erwähnten Gruppierung mit den tollen Uniformen sogar ziemlich nützlich - nämlich, wenn ich mal wieder unentdeckt an patroullierenden Wachen vorbeischleichen musste. Später wars aber nervig, immer die Nacht abzuwarten um entweder zu reisen oder schlafende Leute anzuknabbern. Und dann erst die Passanten, die einen tagsüber fragen, ob ich mich nicht wohl fühle. Mich wohl fühlen! Wenn meine Haut rot wird und ich aus dem Kragen qualme! Die erwähnte Sache mit der Sonne. Die frohe Kunde ist: es gibt Heilung. So ein Kräuterhexchen in einer Hütte mitten im Wald hat aus einer Reihe Zutaten, die ich ihr besorgen musste, ein Gegenmittel gezaubert. Da fragt man sich doch, wieso die Vampirjäger hierzulande die Vampire sofort wegholzen, anstatt sie zu fangen und ihnen das Heilmittel einzuflössen, damit diese anschliessend wieder zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Sozusagen Vampir-Rehabilitation. Muss wohl mit der Kultur zusammenhängen. Oder sie hatten eine schwere Kindheit.

Die Jäger.

Nicht die Vampire.

Oder vielleicht auch die. Je nachdem, wann sie zum Blutsauger wurden. Aber das führt jetzt zu weit...

"Weit" ist eine gute Überleitung, denn ich muss dann mal weiter. Über all die größeren und kleineren Quests habe ich nämlich total vergessen, dass die letzte verbleibende Autorität in diesem Lande auch noch eine wichtige Aufgabe für mich hatte.

Man sieht sich (jetzt auch wieder bei Tageslicht!),
Aker

17 Mai 2006

E3-Nachlese: Bioshock

Wie lange habe ich darauf gewartet: Irrational Games ist im Begriff, Warren Spectors Erbe ein weiteres Mal anzutreten. Da die "System Shock"-Rechte nach dem Ende von Looking Glass jetzt vollständig Electronic Arts gehören, schnappt man sich halt das bekannte Spielkonzept und verpackt es in einem komplett neuen Setting. Und das bringt frischen Wind in die Sache, denn statt in eine weitere Raumstation oder ein Überlichtraumschiff geht es bei "Bioshock" in eine Unterwasser-Stadt. In ein submarines, gescheitertes Utopia im Art Deco-Stil. Das und die paar spärlichen Storyfetzen ("This world has destroyed itself through loss of its humanity", "amazing body-enhancing properties of a fluid called Adam", der Kampf zweier Gruppen modizifierter Menschen um die Vorherrschaft) lassen mir jetzt schon das Wasser im Munde zusammenlaufen. Das Spielprinzip klingt im Kern immer noch nach dem altbekannten Kuchenrezept, klar. Aber: im Gegensatz zu WK2-Shootern und Gangsta-Spielchen ist das von "System Shock" begründete Genre ("FPS-RGP-Adventure?") noch lange nicht so ausgelutscht.

Ein paar lesenswerte Ersteindrücke:

Shacknews 1:
"The game is looking incredible in terms of visuals, atmosphere, themes, and design."

Shacknews 2:
"Resident Evil's classic dog-jumping-through-a-window is creepy, but after the first time it happens, it usually has no effect. But choices revolving around humanity and what it really means... that will always cause me to pause."

Gamespot:
"The game looks to capture and improve upon all the gameplay elements that made System Shock 2 so compelling, and it looks and sounds great (and unsettling) doing it."

Gamespy:
"BioShock has a unique atmosphere that blends '50s music with old-school sci-fi gadgets, horrific enemies, and a sense of unease that I haven't felt since I saw The Ring."

IGN:
"On a platform below a railing sat a voice recording, which are collected to advance the story. Like in System Shock 2, these recordings are of those who perished in the game before your arrival, giving you hints about what to watch out for as well as threading together various backstory tapestries."

Kotaku:
"BioShock: The Roxor"


Ein bißchen schade ist es schon, dass wir immer noch auf eine erneute Begegnung mit Shodan warten müssen. Wenn ich aber die Wahl habe zwischen dem Original-Franchise-Produkt eines Drittherstellers und einer neuen Story vom Erfinder-Studio - dann fällt mir die Wahl sehr, sehr leicht. Auch ohne die - doch ziemlich lecker klingenden - Previews. Deswegen erkläre ich mich hiermit jetzt offiziell der internationalen "Bioshock"-Fanboy-Wartegemeinde zugehörig. Wo soll ich unterschreiben?

Das Spiel ist angekündigt für PC und XBox 360 und soll 2007 erscheinen. Das ist noch sooo lange hin und ich bin doch sooo angefixt. (Obwohl ich im Grunde gar nichts weiß. Grobi = Hypeopfer-Rolemodel.)

Seufz.

15 Mai 2006

Ein paar Gedanken zu Wii

Enter
Die E3 ist vorbei, die erste Phase der puren Begeisterung und des fahneschwingenden Fanboytums ist (allmählich) verflogen. Zeit, sich ein paar kritischeren Gedanken zu widmen, die man so am Rande der Berichterstattung aufgefangen hat oder die sich halt eben so ergeben. Ein Großteil basiert auf Annahmen, Vermutungen und ein bißchen freier Assoziation - sozusagen Schwarzmalerei galore.



Der Controller und das Lag-Problem
So wurde zumindest in ein paar Foren (hier bleibe ich euch Quellen schuldig) von einer Verzögerung zwischen Controller-Bewegung und der Bildschirm-Aktion berichtet. Sollte das tatsächlich stimmen, wäre das ein K.O.-Kriterium für 3d-Shooter. Aber ist da überhaut was dran? Dafür, dass soviele Menschen vor dem Nintendo-Booth brav stundenlang in der Schlange standen, finden sich im weltweiten Internetz erstaunlich wenige negative Kritiken. Normalerweise ist das Netz doch DER Multiplikator für Beschwerden und Negativ-Berichte. Sollte es sich also um vereinzeltes Aufblitzen von Neid seitens Konkurrenz-Fanboys handeln? Waren diese Leute vielleicht nur überempfindlich? Oder gab es einfach nur Probleme, weil so viele kabellose Controller auf engem Raum zusammenarbeiten mussten - also ein eher vernachlässigbares Problem, weil man solch eine Konfiguration daheim selten bis gar nicht antreffen wird? Vielleicht sind die Controller schlicht noch nicht final und man darf/muss auf Verbesserungen seitens Nintendo hoffen.

Meine bevorzugte Theorie ist aber die, das eine "falsche" Erwartungshaltung auf den Schwertkampf in "Red Steel" getroffen ist. Dort, so berichtet IGN sehr ausführlich, ist der Controller-Schwung nicht simultan auf den Bildschirm übersetzt, sondern simuliert nur einen Button-Press. Der Spieler vollführt also zuerst die komplette Bewegung und "Red Steel" führt daraufhin die dazugehörige Aktion aus. Aber lest selbst. Die Erwartung - das wäre auch meine gewesen - war eher, das "Red Steel" die Bewegung unverzüglich und 1:1 durchführt - und vielleicht kam so auch die Legende vom 1-Sekunden-Lag zustande. Ich kann natürlich nur raten... Die zwei, drei Videos, die ich von Spielen in Aktion gesehen habe, lassen jedenfalls nicht auf ernsthaftes Lagging in der Steuerung schliessen. Wir sind aber erst richtig schlau, wenn wir das System selbst in der Hand halten durften... wie z.B. der glückliche Kollege von 4players.


Der Controller und die Energie
Dieses Ding auf der Controller-Unterseite sah ja schon verdächtig nach Batteriefach aus, nun ist es bestätigt: Nintendo setzt (bisher) auf Mignon-Zellen. Angesichts von Bluetooth (niedriger Energieverbrauch!), Rumble und Lautsprecher kann man über die Lebensdauer der Batterien nur spekulieren. Ich treibe das mal auf die Spitze: setze ich Batterien ein, habe ich wie zu Walkman-Zeiten ein 24er-Ersatzpaket rumliegen (das natürlich kurz vorm Endgegner leer ist, weil ich den Nachschub verpeilt habe) und kann mich dann noch um die fachgerechte Entsorgung der leergelutschten Zellen kümmern. Setze ich Akkus ein, bin ich zwar umweltfreundlicher, habe aber weniger Kapazität und brauche noch ein separates Ladegerät - intern im Controller zu laden ist nämlich nicht vorgesehen. Das erhöht die Komplexität - und es besteht doch eigentlich die Absicht, auch Nicht-Spieler zu erreichen. Eine Lösung mit einem internen Akku wie beim DS finde ich deutlich komfortabler.
Mag jetzt mein persönliches Problem sein, denn ich mag Batterien/Akkus nicht besonders. Deswegen hat zum Beispiel mein Computer-Nager immer noch ein Kabel. (Meine Digicam übrigens nicht, aber ich habe nie behauptet, konsequent zu sein.)


Virtual Console
Dazu stelle ich einfach nur eine einfache Frage in den Raum: USK-Prüfung? Muss diese jeweils nachgeholt werden oder zählt die ggf. schon existierende Freigabe? Ich bin gespannt auf Nintendos Registrierungs- und Altersprüfsysteme.


Wiimote vs. Classic Controller

Jetzt schalte ich mal völlig in den Pessimisten-Modus. Wir haben beim DS schon Steuerungskonzepte gesehen, die auf Teufel komm raus Touchpad und Micro einzubeziehen versuchen - mit durchwachsenem Erfolg. Sicherlich will niemand das Risiko einer etwaigen Gameplay-Sackgasse (nur noch Shooter und Tennisspiele?) durch einfallslose Entwickler eingehen oder diese gar ganz abschrecken. Daher ist es sicherlich ein guter Schachzug, Wii einen klassischen Controller zur Verfügung zu stellen, der ja anscheinend nicht nur den Virtual Console- oder Gamecube-Titeln dienen soll. Stichwort "einfallslose Entwickler": "och guck, unser doller Multiplattform-Titel kann ja das Pad nutzen. Das spart Entwicklungsaufwand."
Was am Ende dabei herauskommt? Only time will tell. Große Absatzzahlen von Titeln mit Wiimote-Steuerung sind natürlich das ziehende Argument FÜR die alternative Steuerung.


WiiConnect24
Wii wird "constantly online" sein? Gut, das ist jetzt nur eine diffuse Ankündigung. Die technische und praktische Umsetzung kann ich auch hier nur erahnen, auch hier gibt es spontane Gedanken. Erstens: unter "off" versteh ich nicht "Bild schwarz, aber online", sondern "aus", "tot", "ruhig", "still" und vor allem: kein Stromverbrauch, egal wie niedrig! Meinen Fernseher schalte ich auch immer komplett aus. Zweitens: Leute, die mich näher kennen, wissen wieso ich darauf komme. Ich sag dazu jetzt selbst nichts, denn niemand kann das besser erklären als Bruce Schneier himself.
WiiConnect24 wirft im Endeffekt die Frage auf, ob es zwingend erforderlich ist oder ob ich auch ohne leben und spielen kann.


Gossip
Genug gemeckert - jetzt muss auch noch Platz sein für Erheiterndes. Fangen wir direkt mit diesem anderen japanischen Konsolenhersteller an, denn nach Microsoft entdeckt jetzt auch Sony die Zweitkonsole. Die müssen aber auch IMMER klauen ;-)
Zu guter Letzt rühre ich noch ein wenig in der Gerüchteküche. Wir gehen alle davon aus, das Wii deutlich weniger kosten wird, als die Geräte der Mitbewerber. Wenn sich aber dieses Gerücht bewahrheitet, mache ich ein Fass auf!


Exit
So, das musste mal raus. Versteht mich aber nicht falsch - ich gehe immer noch davon aus, das mir dieses Jahr eine ganz bestimmte Konsole ins Haus kommt. Nur für die Farbe habe ich mich noch nicht entschieden...


[+/-] show/hide

09 Mai 2006

Ich bin unwürdig!

Jetzt habe ich also auch schnell die Nintendo Pressekonferenz betrachtet - hier im Stream und bald auch zum Download.

Ich kaue jetzt nicht auch noch Infos durch, denn Zusammenfassungen und Berichterstattungen unterschiedlichen Tenors gibt es viele, zum Beispiel bei:

Joystiq
1up
Eurogamer
K-Videogames
Working Title
n-freaks
IGN

Obwohl Preis und Erscheinungsdatum noch gänzlich nebulös sind, regiert in mir gerade der kleine Fanboy und der sagt nur dieses:

eine abgeklärte, objektive Meinung gibts vielleicht später mal - heute werde ich dümmlich grinsend und zufrieden ins Bett gehen.

08 Mai 2006

Hail to the News, Baby

In ein paar Tagen beginnt die E3 und wie die Kollegen bei GTA neulich so schön erkannt haben, wird sich die Games-Blogosphäre in wildem hin-post-en und her-trackback-en ergötzen und jede klitzekleine Neuigkeit solange durch die Nachrichtenmühle drehen, bis nur noch Brei am Ende dabei herauskommt.

Als alter Spielefanatiker starte ich den Nintendotaku-Nachrichten-Reigen jetzt mit zwei kleinen, aber von mir höchstpersönlich faustverlesenen (weil für mich interessanten) Informationen.

Numero Eins: in Oblivion gibts Boobies! Und Gewalt! Und deswegen ist das jetzt "rated M for mature". Jack "L.A. Law" Thompson springt natürlich direkt drauf an. Abgesehen vom Grad der Langeweile, den diese Jack-Thompson-Nummern inzwischen erreichen, finde ich es recht interessant, dass das Re-Rerating mehr oder weniger geräuschlos über die Bühne gegangen ist. Ganz im Gegensatz zum Hot-Coffee-Skandälchen (wir erinnern uns).

Nach diesem aufwühlenden Schocker nun also die wirklich interessante Nachricht:

Neulich noch hier in den Kommentaren erfleht und jetzt auf unserer Showbühne - Shadowrun kommt für PC!