13 Juli 2006

"I'll be back!"

Eine gute Woche später bekomme ich das endlich auch mal mit:

Heinrich Lenhardt, the Grandmaster of Spielejournalismus, übernimmt wieder die Chefredaktion eines deutschen Computerspielemagazins.

Heinrich Lenhardt, das ist der Typ mit der hohen Stirn und dem großen Adamsapfel, der mit dem jetzigen X-Box-Produktmanager und ehemaligen LucasArts-Übersetzer (remember: "Gilbert und seine verdammten Wortspiele!") Boris Schneider-Johne zuerst bei PowerPlay(1) gearbeitet hat und dann das - ich lehne mich jetzt mal weeeeiiiiit aus dem Fenster - beste deutsche PC-Spielemagazin ü-ba-haupt gründete: die PC Player (Alles in Allem. Retro-Verklärung inklusive, natürlich. Aber trotzdem.). Als die damals auf einmal eingestellt wurde, war ich tatsächlich ein wenig geknickt und fühlte mich veranlasst, noch schnell eine Kondolenz-Mail an die Redaktion zu schicken, die dann auch noch beantwortet wurde. *schnüff* Ja, so war das damals. Zeitschriften führe ich normalerweise nach wenigen Monaten des Herumgammelns wieder dem Wertstoffkreislauf zu, aber die letzte Ausgabe der PC Player müsste noch irgendwo rumliegen...

Ach so: ein Wermutstropfen bleibt. Das Magazin, das sich auf Lenhardts Chefredaktion freuen darf, ist die PC Action. Das drücke ich jetzt mal lieber vorsichtig aus: die hab ich in meinem Schubladengehirn eher unter "nicht wirklich kaufbar" abgelegt. Es muss ja nicht gerade der Messias kommen und Wasser in Wein verwandeln, aber ein paar durchgreifende Veränderungen wären schon vonnöten, bevor ich das Magazin nochmal anfasse. Man kann ja mal ein Auge draufhalten, um der alten Zeiten willen... ob's wohl auch wieder Multimedia-Leserbriefe geben wird, Onkel Lenhardt?

(1) Assoziationen mit dem Namen "PowerPlay": der austrennbare Tipps-und-Tricks-Teil aus dickem, grünem, rauem Papier. Der Namens-Schriftzug, der eine Metal-Kombo neidisch macht. Der Spieletest von "Lirpa Lirpa" (get it?), vervollständigt mit von einem Leser eingeschickter Komplettlösung und der Special Edition "Lirpa Gold" zwei Jahre später. Der "Syndicate"-Test, der mich erst so richtig auf das Spiel gebracht hat. Der Freund, an dessen 486er ich beide "Monkey Island"-Teile mangelns eigenem PC zum ersten Mal durchgespielt hab und der in seinem Hobbykeller einen (für einen kleinen Pimpf wie mich) riesigen Spielemagazinhaufen lagerte, vorwiegend aus ASMs und PowerPlays der vergangenen Monate bestehend. Und! Und! Und!

Oh Mann, da werden wahre Schleusentore in die Vergangenheit geöffnet.

4 Comments:

Anonymous Jan said...

Eine Vergangenheit die nie zurückkommen wird.
Die Zeit der PC-Spiele ist vorbei, die deutsche Presse in einem desolaten Zustand, da reisst ein einzelner alter Powerplay Haudegen auch nix raus.
Beachte: Gute Absichen haben sie alle, unter dem kommerziellen Druck eines Verlags bleiben diese allerdings auf der Strecke.
Was wir brauchen in der deutschen Spielezeitschiften-Landschaft sind wieder ein paar Leute mit Rückgrat und Eiern! Meinungsmacher mit Ahnung von der Materie.

7/13/2006 8:44 nachm.  
Blogger grobi said...

Und soll schnell kann es gehen, das man aus der watteweichen Traumwelt heraus wieder auf dem harten Asphalt der Realität aufschlägt.

Du magst Recht haben - einen Moment lang mit der nur gaaanz kurz aufblitzenden Ahnung einer Möglichkeit zu kuscheln, war aber zu verführerisch.

Wie man sieht.

Am Ende bleiben aber immer noch die pure Nachricht und die - ehrlichen - besten Wünsche für Lenhardt übrig.

7/13/2006 9:24 nachm.  
Anonymous Martin said...

Meine Meinung über die PC Action wurde durch 2-3 Käufe während der Urlaubszeit bekräftigt, ein Mag welches für mich ungefähr genauso interessant ist wie Sonys neue Konsole: nämlich gar nicht.

Ich bezweifel das ein einzelner Mensch diese Zeitschrift so umkrempeln kann, dass sie mir gefallen könnte.

7/16/2006 7:50 nachm.  
Anonymous suicide said...

Hehe, ich find es lustig, dass man wegen eines Schreiberlings so ein Gedöns macht. Was will denn die PC Action mit Lenhardt? Was will Lenhardt mit der PC Action? JESUS!

7/17/2006 9:26 nachm.  

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