20 Oktober 2006

Hail to the Molyneux, Baby!

Er hat es wieder getan:

"Mit gefalteten Händen beschwor der redegewandte britische Spieleentwickler dann die versammelten Journalisten: "Ihr müsst mit glauben, wir arbeiten mit absoluter Leidenschaft an einem wirklich revolutionären Spiel - Wir wollen Fable 2 zu etwas ganz Besonderem machen!"

"Vier Fäuste gegen Molyneux" hat den Golem-Artikel für euch gelesen, damit ihr euch nicht durch diesen unsäglichen Quatsch quälen müsst. Die Abteilung "Leserservice" präsentiert also voller Stolz die saftigsten Stücke aus "Buzzword Bingo - The Peter M. Edition":

  • "Entwicklerlegende"
    Das sollte wohl eher "legendärer Schwafler" heissen. Ganz großes Damentennis, Golem.

  • "Wir haben [unsere Ideale] im letzten Jahr etwas aus den Augen verloren. Also haben wir uns hingesetzt und entschieden, Funktionen in Fable 2 zu integrieren, die Rollenspiele weit über das hinaustreiben, was wir heute sehen."
    Hm, da muss ich mir jetzt aber mal heftig den Kopf kratzen. Mich deucht nämlich, ich hätte das so ähnlich schonmal gehört. Aus Peters Mund, natürlich. Ach, na klar. Das war damals vor "Black and White 2". Und vor "Fable". Und vor "The Movies".

  • "...alles was ich Euch jetzt sage, wird im Spiel sein!"
    Würde ich für jedes Mal, wenn diese Aussage getroffen wird, einen Euro kriegen, dann würde ich von der Kohle seine Klitsche kaufen. Und ihn feuern. Was glaubt ihr - wieviel will Microsoft dafür haben?

  • "Und ja, weil Du auch einen weiblichen Helden spielen kannst, kann Dein weiblicher Charakter schwanger werden - das ist etwas, das ich noch nie in einem Spiel gesehen habe."
    Junge, wenn du die letzten Jahre nicht mit Rumschwadronieren verplempert hättest, wäre dir auch nicht Will Wrights "Die Sims" entgangen. Denk mal drüber nach. Echt, jetzt!

  • "Und als ich es dem Team und den anderen Designern vorstellte, sagte jeder: 'Was für eine bescheuerte Idee'. 'Das wird niemals funktionieren'. 'Absolut nicht'. Und ich musste meine Trumpfkarte nutzen, die ich nur zweimal zuvor in meinem Leben nutzte: 'Vertraut mir. Nur dieses eine Mal. Vertraut mir."
    Liebes Entwickler-Team: kennt ihr den Spruch "der erste Eindruck ist immer der Richtige"? Lasst mich raten, diese "Trumpfkarte" hat the Godfather of Gamedesign bei seinen letzten beiden Spielen bereits auf den Pokertisch geknallt?

  • "Ich glaube, dass es die wirklich große Sache wird. Ich habe es jetzt schon zum zehnten Mal erzählt ... Dafür entschuldige ich mich schon mal, aber Fable 2 wird so gut werden, wie wir es machen können"
    Ich kriege ziemlich starken Juckreiz, wenn ich das lese.
    Und zwar gleich zwei Mal.
    Erstens gehe ich jede Wette auf diesem Planeten ein, dass Molyneux sich auch noch ein elftes und zwölftes Mal entschuldigen wird. Selbsterkenntnis ist zwar 'ne tolle Sache, aber alleine für sich nutzt sie sich allzu schnell ab.
    Zweitens hat die Vergangenheit gezeigt, dass "so gut wie wir es machen können" mehrere Realitäten und vermutlich ein halbes Paralleluniversum von "so wie der Peter sich das gedacht hat" entfernt ist. Und ich behaupte nicht, dass Lionhead-Entwickler zu blöd für ihren Job sind. Ich denke da eher an so langweilige und grundlegende Dinge wie die Machbarkeit eines Konzepts zu hinterfragen. Und den Spielspass. Aber im Scotch-Rausch klingt ja alles toll.

Dieser Typ hat den Knall nicht gehört.

Da bleibt mir nur ein Fazit: der echte Peter Molyneux ist vor Jahren gestorben und durch eine von Aliens gesteuerte Drohne ersetzt worden. Den Plan der Aliens habe ich leider noch nicht vollständig durchschaut. Mit meinem Hut aus Alufolie werde ich sicher bald dahinter kommen.

Vertraut mir. Nur dieses eine Mal!

2 Comments:

Anonymous suicide said...

Sehr amüsant :).
Aber so ähnlich habe ich Peters Begeisterung auch für Teil 1 von Fable in Erinnerung. Hat das überhaupt jemand gespielt?
Ach der hat eh seine Seele an Microsoft verkauft :D. Irgendwie wirkt er immer komischer auf mich.

10/22/2006 7:23 vorm.  
Blogger fafu said...

Ich hab mir seinerzeiit wegen Fable sogar ne Xbox gekauft. Also nicht nur, aber die Veröffentlichung war der Tropfen, der den Stein gehöhlt und das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Naja, was soll ich sagen: hätte er den Mund im Vorfeld nicht so voll genommen, wär es ein Spiel gewesen, dass ich ohne schlechtes Gewissen von wegen vergeudeter Zeit durchgespielt hätte. So aber war es eine ziemliche Enttäuschung.

Nix war mit frei bewegen, man konnte nicht mal die Wege verlassen, auf denen man durch die Landschaft spaziert ist. Und diese Gut/Böse Geschichte: wenn man durch einen fiesen Schnürres die Leute mehr einschüchtert als durch das Massakrieren eines ganzen Dorfes (kein Quatsch), dann ist dieses System ganz schnell ad absurdum geführt.

Auch damals schon nette Ideen nicht konsequent zuende gedacht. Von den nicht eingehaltenen Ankündigungen mal ganz zu schweigen.

10/23/2006 1:09 nachm.  

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